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Forschung

Die Forschung zu SYNGAP1 ebnet den Weg zu einem tieferen Verstรคndnis der seltenen genetischen Erkrankung โ€“ fรผr mehr Wissen, bessere Therapien und neue Hoffnung findest Du hier Informationen zu unseren Forschungsprojekten und interessante Publikationen. Wenn du unsere Arbeit in diesem Bereich unterstรผtzen mรถchtest, freuen wir und รผber eine Spende.

Gemeinsam fรผr Fortschritt bei SYNGAP1!

Aktuelle Forschungsprojekte

EURAS โ€“ Europรคische Allianz fรผr RASopathien

Das 2021 initiierte EURAS-Projekt vereint 15 Partnerinstitutionen aus ganz Europa, darunter Universitรคten, Biotechnologieunternehmen und Patientenorganisationen. Gefรถrdert durch das Horizon Europe-Programm der EU, fokussiert sich das Projekt auf die Erforschung von SYNGAP1, CFC, Costello- und Noonan.

Ein zentrales Element ist das Patientenregister PATRAS/PATRE, das Daten zu diesen vier Erkrankungen sammelt. Ein Patientenrat mit 38 Vertreter*innen europรคischer Selbsthilfegruppen gewรคhrleistet die Einbindung der Betroffenenperspektive.

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Medikamentรถse Ansรคtze รผber den RAS-Signalweg

Aktuelle Studien untersuchen den Einsatz von Statinen, die auf den bei SYNGAP1-Mutationen betroffenen RAS-Signalweg wirken. Diese Forschung kรถnnte neue therapeutische Mรถglichkeiten erรถffnen.

Wichtiger Hinweis: Diese Informationen dienen ausschlieรŸlich der Aufklรคrung und ersetzen nicht die medizinische Beratung. Vor einer medikamentรถsen Behandlung ist eine gesicherte genetische Diagnose und die Konsultation eines Neuropรคdiaters erforderlich.

Abgeschlossene Forschungsprojekte

Einfรผhrung von PROMs in das Medikamentenmanagement bei seltenen genetischen Epilepsien: Welche sind die besten Medikamente bei 228 SYNGAP1-Patienten?

Im Jahr 2020 starteten wir in Kooperation mit unserem medizinisch-wissenschaftlichen Beirat Kirsten Eschermann und Lorenz Kiwull das PATRE Projekt fรผr SYNGAP1. PATRE steht fรผr „PATient based phenotyping and evaluation of therapy for Rare Epilepsies“ (Patientenbasierte Phรคnotypisierung und Bewertung der Therapie seltener Epilepsien)

Was macht PATRE fรผr SYNGAP1?

Im ersten Schritt ging es darum festzustellen welche Probleme bei den SYNGAP1 Patienten bestehen und welche Symptome die Patienten und ihre Familie im Alltag am Hรคufigsten belasten. Dazu wurde eine Brainstorming Plattform eingerichtet und unsere SYNGAP1 Eltern konnten aktiv die Forschung mitgestalten. Durch eine Abstimung wurden die wichtigsten Themen ermittelt.

Im zweiten Schritt wurde, basierend auf der RedCap Technologie, eine anonymisierte Online-Umfrage zur Ermittlung der Wirksamkeit von Medikamenten erstellt. Die Besonderheit dabei, war die direkte Sammlung der Erfahrungen von Eltern mit den verordneten Medikamenten. Diese „Patient Reported Outcome Measures“ (PROMs) wurden genutzt um die Wirksamkeit von Medikamenten in den Bereichen Epilepsie, Verhalten, Schlaf und Entwicklung zu ermitteln. Diese Pilotumfrage wurde mehrsprachig angeboten und konnte von den Eltern bequem am Handy ausgefรผllt werden. Dieser niederschwellige Zugang fรผhrte zu einer auรŸergewรถhnlich hohen Beteiligung, wodurch letztendlich Daten von 2028 in die Ergebnisse einflossen.

 

Ergebnisse der Medikamentenumfrage werden weltweit genutzt

Die Ergebnisse wurden inzwischen auf mehreren Fachkongressen wie dem ILAE Kongress in Dublin 2023 prรคsentiert und kรถnnen als Prรคsentation eingesehen werden. Die Grafiken zeigen die besten Medikamente fรผr Patienten mit SYNGAP1 Syndrom in den Bereichen Epilepsie, Verhalten, Schlaf und Entwicklung. AuรŸerdem ist ersichtlich, welche Medikamente sich in diesen Bereichen eher negativ auswirken. Diese wichtigen Erkenntnisse dienen seitdem vielen betroffenen Familien und behandelnden ร„rzten als Entscheidungsgrundlage bei der Wahl der Medikamente.

Jetzt Ergebnisse der Medikamentenumfrage ansehen

Ess-Epilepsie bei SYNGAP1 โ€“ Wenn Essen epileptische Anfรคlle auslรถst

Unser erstes deutsches Forschungsprojekt in Kooperation mit der Schรถn Klinik Vogtareuth war ein bedeutender Meilenstein. Die daraus hervorgegangene wissenschaftliche Publikation beschreibt erstmals ausfรผhrlich die sogenannte Ess-Epilepsie als typisches, jedoch bislang wenig bekanntes Merkmal bei Kindern mit SYNGAP1-Mutationen. Was ist Ess-Epilepsie? Bei dieser seltenen Form der Epilepsie fรผhren sensorische Reize beim Essen โ€“ etwa das Kauen oder Schlucken โ€“ zu epileptischen Anfรคllen. Diese Anfรคlle werden im klinischen Alltag hรคufig verkannt und mit Mรผdigkeit oder Unaufmerksamkeit verwechselt. Dabei kann das frรผhzeitige Erkennen dieser Anfallsauslรถser den Weg zu einer frรผhzeitigen und gesicherten Diagnose ebnen.
  • Frรผhzeitige Diagnostik ermรถglichen: Ein gezielter Trigger-Test mit Nahrungsaufnahme wรคhrend eines EEGs kann wertvolle Hinweise auf eine SYNGAP1-Mutation liefern. Zeigt das Kind wรคhrend des Essens typische Anfallszeichen, sollte eine genetische Testung veranlasst werden. Wichtig: Nicht alle SYNGAP1-Patient:innen zeigen dieses Merkmal โ€“ das Fehlen von Ess-Epilepsie oder Epilepsie generell schlieรŸt eine SYNGAP1-Mutation nicht aus.
  • Sicherheit im Alltag erhรถhen: Durch Aufklรคrung รผber die potenzielle Gefahr der Nahrungsaspiration bei Anfรคllen kรถnnen Eltern und betreuende Personen gezielt vorbeugen. In manchen Fรคllen kann die Anschaffung einer Absaugvorrichtung sinnvoll sein, um im Ernstfall vorbereitet zu sein.
Jetzt die Studie lesen ยป   Video zur Ess-Epilepsie Aus dem Forschungsprojekt entstand zudem ein aufklรคrendes Video, das weltweit bereits zahlreichen Familien geholfen hat, die Anfallsformen ihrer Kinder zu erkennen. Es zeigt eindrucksvoll die typischen Reflexanfรคlle wรคhrend des Essens โ€“ ein bislang einzigartiges Merkmal in Zusammenhang mit SYNGAP1-Mutationen. zum Video bei YouTube ยป
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